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5.4.26 19:03
Verdächtiger Fund bei Ostereiersuche entpuppt sich als harmlos – 150 Einsatzkräfte rücken wegen Fläschchen in Hecke an, keine Strahlung gemessen
Makaberer Scherz oder gefährliche Fundsache? – Ministerium untersucht den Fund
05.04.26, 19:03 Uhr
Datum: Sonntag, 05. April 2026, 16:00 Uhr
Ort: Vaihingen/Enz, Landkreis Ludwigsburg, Baden-Württemberg
(th) Ein verdächtiger Fund bei der Ostereiersuche hat am Sonntag einen Großeinsatz ausgelöst. Anwohner entdeckten in einer Hecke ein Fläschchen mit der Aufschrift „Polonium 210“. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an. Nach intensiven Messungen gab es Entwarnung. Es wurde keine radioaktive Strahlung festgestellt.
Der Alarm ging am Nachmittag bei der Feuerwehr ein. „Wir wurden zu einem Gefahrstoffeinsatz mit atomarer Strahlung alarmiert“, so Kommandant Thomas Korps. Anwohner hatten das verdächtige Behältnis bei der Ostereiersuche gefunden. Die Einsatzkräfte lösten die Alarmstufe „G6“ aus. Das bedeutet Gefahrstoffeinsatz mit atomarer Strahlung. Rund 150 Einsatzkräfte und 40 Fahrzeuge waren vor Ort.
Die Feuerwehr sperrte den Bereich weiträumig ab. Der Vater, der das Fläschchen gefunden hatte, wurde vorsorglich isoliert. „Wir wussten nicht, ob eine Kontamination stattgefunden hat“, erklärte Korps. Spezialisten für Strahlenschutz untersuchten den Fundort. Schnell konnten sie Entwarnung geben. Es wurden keine erhöhten Werte gemessen.
Ein Mitarbeiter des Umweltministeriums nahm das 50-Milliliter-Fläschchen zur weiteren Untersuchung mit. Für Feuerwehrkommandant Korps war der Einsatz ungewöhnlich. Einen solchen Alarm erwarte man eher bei einem Transportunfall oder in einem Industriebetrieb. „Am Ostersonntag erwartet man das von einem genannten Haushalt tatsächlich eher nicht“, sagte er.
Polonium ist ein hochgefährliches radioaktives Element.
Äußerlich ist seine Alpha-Strahlung kaum gefährlich, da sie die Haut nicht durchdringt. Gelangt der Stoff jedoch durch Einatmen oder Verschlucken in den Körper, ist er extrem giftig. Er zerstört die Zellen und kann innerhalb kurzer Zeit zum Tod führen. Schon eine winzige Menge ist tödlich.
Weltweite Bekanntheit erlangte Polonium durch einen Mordfall im Jahr 2006. Damals wurde der ehemalige russische Agent Alexander Litwinenko in London vergiftet. Die Täter hatten ihm das Isotop Polonium-210 in einem Tee verabreicht. Litwinenko starb qualvoll an den Folgen der inneren Verstrahlung.
Trotz seiner Gefährlichkeit wird Polonium in der Industrie eingesetzt. Es wird zum Beispiel verwendet, um statische Aufladungen zu beseitigen. Dies ist etwa beim Walzen von Papier oder bei der Herstellung von Kunststoffen nötig.